|   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutzhinweise
|   Aktuelles   |   Archiv   |  




100. Geburtstag:

Oberst i.G. Dr. phil. Wolfgang von Groote, zweiter Amtschef des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes

Oberst Dr. Wolfgang von Groote wurde vor einhundert Jahren am 17. September 1911 im badischen Freiburg geboren. Nach kurzer Studienzeit an der dortigen Universität trat er 1934 freiwillig in die Reichswehr ein. In der Wehrmacht des Dritten Reichs wurde er nur wenig später Berufsoffizier. Im Zweiten Weltkrieg diente er zuletzt als Major. Die Beförderung zum Oberstleutnant war bereits verfügt. Nach dem Krieg wurde Wolfgang von Groote Aushilfslehrer an Volksschulen in Oldenburg. Das anschließende Studium der Geschichte endete 1948 mit der Promotion zum Dr. phil. an der Universität Göttingen. Seine Dissertation konnte erst 1955 unter dem Titel „Die Entstehung des Nationalbewusstseins in Nordwestdeutschland 1790 – 1830“ veröffentlicht werden. In dieser Arbeit nahm die Betrachtung von „Bürger und Nation“ in den Freiheitskriegen breiten Raum ein. Interessant ist dabei auch die Sicht des deutschen Bürgertums auf die französischen Besatzer, die mit der Revolution von 1789 der Freiheit von der Adelsherrschaft den Weg ebneten, im napoleonischen Deutschland aber als Unterdrücker der Freiheit wirkten. Grootes Bild der modernen Herausforderungen des Bürgertums interessiert auch heute noch, wenn man liest: „Die bürgerliche Weltanschauung verband den Gedanken der Aufklärung von der Gleichheit aller Menschen als Vernunftwesen mit denen der Romantik, die den Menschen wieder in die Gemeinschaft hineinstellten.“

Nach Jahren im bremischen Schuldienst meldete sich der promovierte Studienrat von Groote freiwillig bei der neuen Bundeswehr. 1956 wurde er als Oberstleutnant übernommen. Nach einer Stabsverwendung im Verteidigungsministerium wurde er stellvertretender Brigadekommandeur in Flensburg. An der Führungsakademie der Bundeswehr lehrte er ab 1961 Militärgeschichte. 1964 übernahm er schließlich als zweiter Amtschef das Militärgeschichtliche Forschungsamtes, damals in Freiburg/Breisgau, von Oberst i.G. Dr. Hans Meier-Welcker. Groote musste hohe Erwartungen erfüllen und führte die Themen der Forschung im MGFA weiter in die Breite. Dazu passten auch die Gründungen der Quellenreihe „Bibliotheca Rerum Militarium“ und der für den historischen Nachwuchs angelegten Publikationsreihe „Militärgeschichtliche Studien“. 1967 begann mit den „Militärgeschichtlichen Mitteilungen“ (heute: Militärgeschichtliche Zeitschrift) die Erfolgsgeschichte einer militärhistorischen Fachzeitschrift, die modernsten Ansprüchen an die Forschung genügen konnte. Über die Internationale Kommission für Militärgeschichte konnte Groote darüber hinaus auch als Botschafter der neuen deutschen Militärgeschichtsschreibung im Ausland wirken und für das veränderte Deutschland werben. Im September 1969 übergab er die Führung über das MGFA an Oberst i.G. Dr. Herbert Schottelius. Oberst i.G. Dr. Wolfgang von Groote starb am 31. Juli 2000 in Kius (Schleswig-Holstein). Das Militärgeschichtliche Forschungsamt wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.  



nach oben

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.