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54. Internationale Tagung für Militärgeschichte in Leipzig:

Die Völkerschlacht bei Leipzig. Verläufe – Folgen – Bedeutungen. 1813 – 1913 – 2013.

Vom 25. bis zum 27. September veranstaltete das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr aus Potsdam (ZMSBw) die 54. Internationale Tagung für Militärgeschichte (ITMG) in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Mit knapp 200 Gästen aus Deutschland und Europa sowie zwei Offizieren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten konnte im historischen Alten Rathaus von Leipzig ein Besucherrekord verzeichnet werden.

Zentrales Thema dieser Tagung war die „Völkerschlacht“ bei Leipzig. Zwischen dem 16. und 19. Oktober 1813 kämpften in der bis dahin größten Schlacht der Weltgeschichte rund eine halbe Million Soldaten aus praktisch ganz Europa.

Mit der Völkerschlacht begann die „Befreiung“ Deutschlands von der Herrschaft Napoleons. Da aber insbesondere die süd- und westdeutschen Rheinbundstaaten bis 1813 an der Seite Napoleons standen und selbst Preußen erst zu Anfang und Österreich im Sommer des Jahres 1813 einen Bündniswechsel vollzogen, ergaben sich verschiedene Perspektiven: Die Völkerschlacht war auch eine Schlacht Deutscher gegen Deutsche.

Vor dem Hintergrund der späteren patriotischen Inanspruchnahme wurde „Leipzig 1813“ zu einem deutschen Erinnerungsort. Die später ausgeformten kollektiven Deutungsmuster erlangten so schnell eine eigene Bedeutung, die über das Schlachtgeschehen selbst hinauswies. An die militärischen Ereignisse wiederum knüpften sich Erfahrungen, Erinnerungen, politische und gesellschaftliche Deutungsansprüche.

Die Vorträge der 54. ITMG widmeten sich diesem gesamten Themenkomplex. Ein Anliegen der Tagung war es, Militärgeschichte als „Kulturgeschichte der Gewalt“ zu betrachten. Die militärischen Ereignisse sollten eingebettet werden in die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen. Dabei kamen auch die taktisch-operativen Ereignisse bei einer halbtägigen Gelände-Exkursion zum „Lernort Schlachtfeld“ klar zur Geltung. Ein Besuch im Völkerschlachtdenkmal rundete die Exkursion ab.

Einer der Höhepunkte war der öffentliche Festvortrag von Prof. Dr. Alfred Grosser am Abend des 25. September. Der für die deutsch-französische Aussöhnung bekannte Redner setzte die Völkerschlacht originell und pointiert in den europäischen Zusammenhang.

Die 54. ITMG war zugleich die erste, die das zu Jahresbeginn aufgestellte ZMSBw durchführte. Damit wurde die Tagungsreihe des vormaligen Militärgeschichtlichen Forschungsamtes konsequent weitergeführt und bleibt auch als jährliche wissenschaftliche Schwerpunktveranstaltung bestehen. Die Ergebnisse der 54. ITMG werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Martin Hofbauer und Martin Rink

 

Tagungsbericht 54. ITMG.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.