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NATO-Flanke Türkei: neue Veröffentlichung

Krisenmanagement an der NATO-Südflanke. Zur militärischen und politische Rolle der Allied Command Europe Mobile Forces.

Syrien stellt derzeitig einen globalen Konfliktherd dar. Die heftigen Kämpfe um die Herrschaft im Land tangieren die arabische Welt ebenso wie das westliche Bündnis. An vorderster Front befindet sich das NATO-Mitglied Türkei, das in die Auseinandersetzungen hineingezogen werden könnte. In einem solchen Fall wäre automatisch das gesamte Bündnis betroffen.

Entsprechende Szenarien sind nicht neu, sondern standen schon im Kalten Krieg auf der Agenda, wenn auch unter anderen Rahmenbedingungen. Die NATO unternahm bereits Anfang der 1970er Jahre Planungen für den Fall einer Krise im Nahen Osten. Im Zentrum stand damals das Krisenmanagement, hier unter anderem die Entsendung der Schnellen Eingreiftruppe Allied Command Europe Mobile Force (AMF). Diese sollte an entscheidende Krisenpunkte an den NATO-Flanken entsandt werden, um einen möglichen Aggressor abzuschrecken. Einer dieser Punkte war die türkisch-syrische Grenze.

Im Kalten Krieg betätigte sich die AMF vor allem im Rahmen von Übungen an der Abschreckung. Der einzige scharfe Einsatz fand bezeichnenderweise erst nach Ende des Ost-West-Konfliktes im Jahre 1991: Im Rahmen des 2. Golfkrieges forderte Ankara zum Schutz seiner Südgrenze die Solidarität der NATO ein. Stationiert wurden drei Staffeln Jagdbomber, darunter auch eine Staffel deutscher Alpha Jets, sowie deutsche Flugabwehrraketensysteme Roland.

Bernd Lemke beschreibt in einem Artikel für die "Atlantic Voices" die historischen Hintergründe für das NATO-Engagement. Er dokumentiert die Übungen und Einsätze der AMF in dieser Region und analysiert in diesem Rahmen die explosive Situation aus NATO-Sicht heute. Den Beitrag "Crisis Management in Turkey and the Problem of Escalation - September 2013" können Sie unter http://ata-sec.org/publications/atlantic-voices kostenlos herunterladen.

Der Autor hat eine Studie zur Allied Mobile Force verfasst, die demnächst vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) publiziert wird. Von Bernd Lemke liegt außerdem eine Monografie zum Irak und Arabien aus Sicht deutscher Kriegsteilnehmer und Orientreisender 1918 - 1945 vor: Bernd Lemke, Der Irak und Arabien aus der Sicht deutscher Kriegsteilnehmer und Orientreisender 1918 bis 1945, Frankfurt/Main 2012.

Zu den NATO-Flanke veranstaltet das ZMSBw am 24. Oktober 2013 einen Workshop, zu dem hiermit nochmals eingeladen wird: "Peripherie oder Kontaktzone? Die NATO-Flanken 1961 - 2013" . Informationen zu diesem Kolloquium finden Sie auf der Website des ZMSBw unter http://www.mgfa.de/html/aktuelles/.


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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.