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Neuerscheinung: "Die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland zur Verteidigungszusammenarbeit in der Europäischen Union"

Das ZMSBw legt den Forschungsbericht 123 "Die öffentliche Meinung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit" von Timo Graf vor.

Forschungsbericht 123: "Die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland zur Verteidigungszusammenarbeit in der Europäischen Union"


Der jetzt veröffentlichte Forschungsbericht untersucht die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland zu verschiedenen Aspekten der Verteidigungszusammenarbeit in der Europäischen Union. Grundlage hierfür ist die alljährliche Bevölkerungsbefragung des ZMSBw.


Die detaillierte Auswertung der ZMSBw-Umfragedaten wird ergänzt durch die deskriptive Darstellung der Ergebnisse anderer relevanter Bevölkerungsbefragungen.


Untersucht werden: 


die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zu verschiedenen Aspekten der europäischen Verteidigungszusammenarbeit, wenn möglich im Zeitverlauf; 


Meinungsunterschiede zwischen den verschiedenen soziodemografischen Gruppen sowie den Wählergruppen in der deutschen Bevölkerung; 


die Determinanten der Einstellung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit. Besondere Aufmerksamkeit wird der öffentlichen Meinung zur Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee geschenkt.


Die Ergebnisse im Überblick:


In der Gesamtschau der empirischen Befunde zeigt sich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland die Verteidigungszusammenarbeit in der Europäischen Union befürwortet.


Die Ergebnisse der ZMSBw-Bevölkerungsbefragung 2019 zeigen, dass 69 Prozent der Bevölkerung die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU (GSVP) und 55 Prozent das Auftreten der EU als eigenständiger verteidigungs- und sicherheitspolitischer Akteur befürworten. Eine relative Mehrheit von 46 Prozent stimmt der Aussage zu, dass die EU eine gemeinsame europäische Armee haben sollte und unterstützt somit eine Entwicklungsperspektive, die über den Status quo der engen militärischen Kooperation nationaler Streitkräfte hinausgeht.


Eine absolute Mehrheit der Bundesbürger ist der Auffassung, dass sich Deutschland sicherheits- und verteidigungspolitisch vorrangig gemeinsam mit den Staaten der EU (63 Prozent) engagieren sollte. In allen soziodemografischen Gruppen ist die Zustimmung zur GSVP am größten, gefolgt von der Zustimmung zum Auftreten der EU als eigenständiger verteidigungs- und sicherheitspolitischer Akteur und, letztlich, zur Schaffung einer EU-Armee. Signifikante Einstellungsunterschiede bestehen insbesondere zwischen den verschiedenen Wählergruppen.


Ungeachtet der positiven öffentlichen Meinung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit zeigen die Ergebnisse der ZMSBw-Bevölkerungsbefragung aus dem Jahr 2018: 64 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind davon überzeugt, dass die NATO in Zukunft das wichtigste Sicherheitsbündnis der westlichen Staaten bleibt, obwohl die europäischen Staaten immer enger militärisch zusammenarbeiten. Die Analysen zeigen außerdem, dass die Einstellung der Befragten zu Deutschlands Mitgliedschaft und Engagement in der NATO einen positiven Einfluss auf die Einstellung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit hat. Die EU-Verteidigungs-zusammenarbeit wird also offenkundig nicht als Konkurrenz zur NATO empfunden, sondern eher als Stärkung des europäischen Pfeilers der NATO.


Neben der Befürwortung der NATO wird die Einstellung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit maßgeblich von der Verbundenheit mit der EU, der Bereitschaft zum Einsatz militärischer Mittel in der Außen- und Sicherheitspolitik und dem Wunsch nach einem gemeinsamen Vorgehen mit verbündeten Nationen in der Außen- und Sicherheitspolitik positiv beeinflusst.


Die ergänzende Auswertung der Eurobarometer-Umfragedaten und der Bevölkerungsbefragungen des Zentrums Informationsarbeit Bundeswehr (ZInfoABw) hat ebenfalls interessante Ergebnisse zutage gefördert. Die öffentliche Zustimmung zur GSVP und zur Schaffung einer EU-Armee ist im Betrachtungszeitraum 2013–2018 um 6 Prozentpunkte (GSVP) bzw. 25 Prozentpunkte (EU-Armee) gestiegen.


Der öffentliche Zuspruch zur EU-Armee stieg sogar um 23 Prozentpunkte binnen eines Jahres: von 34 Prozent im Jahr 2013 auf 57 Prozent im Jahr 2014.


Abschließend bleibt festzuhalten, dass das positive Meinungsbild in der deutschen Bevölkerung zur EU-Verteidigungszusammenarbeit als öffentliches Mandat zur Weiterentwicklung der EU im Bereich der Verteidigungspolitik interpretiert werden kann.


Dabei ist jedoch zu beachten, dass die NATO als Verteidigungsbündnis in der deutschen Bevölkerung einen hohen Stellenwert genießt und die Vertiefung der europäischen Verteidigungszusammenarbeit als Stärkung des europäischen Pfeilers der NATO verstanden wird.




Steinbrecher/Möllers


Forschungsbericht 123.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.