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Rückgabe von Kulturgut nach dem Zweiten Weltkrieg:

Jahrgang 1849 der Karlsruher Zeitung kehrt nach Potsdam zurück

Auch Bücher können Kriegsopfer werden. Im Zweiten Weltkrieg sind von deutscher Seite massenhaft Bücher in besetzten Gebieten beschlagnahmt, verschleppt – oder noch schlimmer – vernichtet worden. Gleiches geschah auch durch die Siegermächte. So gelangten zu Kriegsende aus Deutschland schätzungsweise zwei bis drei Millionen Bücher in die Sowjetunion. Zu den Themen "NS-Raubgut" und Beutekunst wird in Deutschland seit etwa zehn Jahren intensiv geforscht. Vertreter von Institutionen und Betroffene oder deren Erben verhandeln behutsam über Buchrückgaben, Entschädigungen oder Übereinkünfte zum Verbleib von Kulturgütern in Museen, Archiven und Bibliotheken.

Nun ist die Bibliothek des MGFA Nutznießerin der Bemühungen geworden, die Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz seit fast zwanzig Jahren vor allem mit Blick auf Russland vorantreiben. Die Russische Staatsbibliothek Moskau restituierte 2003 umfangreiche Zeitungsbestände an die Bundesrepublik Deutschland und übergab sie an die Staatsbibliothek zu Berlin. Unter den Konvoluten befand sich ein Band der Karlsruher Zeitung aus dem Jahr 1849 mit dem Besitzstempel "Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres / Bücherei". Die Leitung der Staatsbibliothek zu Berlin entschloss sich dazu, diesen Band an das MGFA zu übergeben, obwohl das 1957 gegründete Institut nicht in direkter Rechtsnachfolge des ursprünglichen Besitzers steht. Dennoch ist der Band sehr willkommen: Die Bibliothek des Hauses zählt bereits Jahrgänge der Karlsruher Zeitung aus den Kriegsjahren 1915-1918 zu ihrem Bestand. Der nun hinzugekommene Jahrgang 1849 verzeichnet die Nachwirkungen der Bürgeraufstände um das Jahr 1848 und vor allem der Badischen Revolution und besitzt somit erhebliche militärhistorische Relevanz.

Am 9. Januar 2012 ist der Foliant in Potsdam eingetroffen und wird bald zu benutzen sein.


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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.