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Workshop am 2. und 3. Dezember 2015 in Potsdam:

"Memory and Commemoration War, Military, Society and the Politics of Naming in the 20th Century."

Was haben die Kaiserin Augusta, Großadmiral Alfred von Tirpitz und der revolutionäre Matrose Max Reichpietsch gemeinsam? Alle standen sie nacheinander als Namenspatronin und Namenspatronen für dieselbe Straße in Berlin. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie Erinnerung, Tradition und Identität durch die Benennung von Orten und Dingen konstruiert, ja gemacht wird. Diese Prozesse möchte der Workshop genauer in den Blick nehmen.

In einer ersten Dimension zielt der Workshop darauf ab, die Prozesse der Benennung zu betrachten; also wie Orte und Dinge ihre Namen bekommen haben. Konkret möchten wir danach fragen, welche in einer jeweiligen Zeit die Kriterien sind, die bestimmen, was ‚wert‘ ist, erinnert zu werden. Was sehen die Zeitgenossen als geeignete Bausteine an, aus denen eine bestimmte Identität geformt werden soll? Welche Akteure sind an diesem Prozess beteiligt, welche Gruppen haben welche Interessen und welche Interessen können sich weshalb durchsetzen? Welche Benennungen stehen zur Debatte und welche Bedeutung wird dadurch im Netz der Erinnerungslandschaft kreiert? Gibt es Debatten über Namen und welche Benennungen konkurrieren möglicherweise miteinander?

Dieser Fragenkatalog deutet es schon an: Nur weniges bleibt für die Ewigkeit. Die zweite Dimension unseres Workshops befasst sich daher mit der Politik des Umbenennens. Hier werden die oben skizierten Fragen aufgenommen und in einer Langzeitperspektive betrachtet. Namen von Straßen, Kasernen, Schiffen usw. stehen nicht selten zur Debatte. Sich wandelnde Kontexte, veränderte soziokulturelle Realitäten, neue historische Erkenntnisse, die permanent Suche nach Identität, Sinnstiftung und Orientierung in der Gegenwart, das ständige Neuverhandeln der ‚richtigen‘ Erinnerung sind große Herausforderungen für alte Namen und Traditionen.

Es zeigt sich, dass etwas benennen ein zentraler Vorgang in der Produktion von Sinn ist. Der Workshop möchte daher die Prozesse der Benennung und Umbenennung und der hinter ihnen stehenden Politik auf den Grund gehen.

Dieser Zugang liefert zum einen anhand einer konkreten Praxis neue Einblicke und Ergebnisse zur Gedenk- und Erinnerungskultur, wie auch zur Konstruktion von Identität. Zum anderen führt der Workshop mit seiner internationalen Ausrichtung Analysen der Sinnproduktion in verschieden Gesellschaften an einem konkreten Beispiel zusammen, diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede und setzt die Ergebnisse in einer Langzeitperspektive zueinander in Bezug.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Es wird eine Simultanübersetzung der Panels geben. Die Diskussion kann zweisprachig geführt werden.

Der Abendvortrag (am 2. Dezember um 18.00 Uhr) ist in Deutsch und wird nicht übersetzt.

Anmeldung erbeten bis 15.11.2015 an: FrankReichherzer@bundeswehr.org.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte auch dem beigefügten Flyer zum Workshop.

Zeit:

Mittwoch, 2. Dezember 09.00 Uhr bis Donnerstag, 3. Dezember, 12.00 Uhr

Ort:

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Zeppelinstraße 127/128,

Haus 12, Seminarraum

14471 Potsdam





Flyer zum Workshop.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.