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Echternkamp, Jörg

Hieck, Leonie

Hochstetter, Dorothee

Kollmer, Dieter H.

Loch, Thorsten

Nübel, Christoph

Storkmann, Klaus

Strohmeier, Denis

Vollmuth, Ralf

Wenzke, Rüdiger


Projekte  

Projekt Deutsche Militärgeschichte 1970-1989

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NVA/GSSD

 

Deutsche Militärgeschichte 1970-1989

Erstmals soll die Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Staaten am Beispiel der Militärgeschichte zusammengeführt und eine gemeinsame, in die Entwicklung der Bündnisse eingebundene, deutsche Militärgeschichte geschrieben werden. Das interdisziplinär angelegte Projekt greift auf vergleichs- und verflechtungsgeschichtliche Ansätze zurück, deren Ertrag für die neuere Zeitgeschichte zugleich anhand des empirischen Beispiels der deutsch-deutschen Militärgeschichte getestet werden. Die folgenden Teilprojekte beleuchten

  • militärische Binnenstrukturen (A.1-4)
  • das militärisch-zivile Verhältnis (B.1-3)
  • den sicherheits- und militärpolitischen Wandel (C.)
  • rüstungswirtschaftliche Entwicklungen (D.1-2)

Koordination: Prof. Dr. Jörg Echternkamp


Deutsche Militärgeschichte 1945 bis 1990 in Dokumenten (Christoph Nübel)

Die Edition erschließt weitgehend unveröffentlichte Quellen zur Militärgeschichte beider deutscher Staaten im internationalen Kontext. Sie bildet damit Aspekte des Militärischen in ihren politischen, soziokulturellen und ökonomischen Zusammenhängen ab. Dazu macht sie Dokumente zugänglich, die aus den Themenkreisen der Teilprojekte zur „Deutschen Militärgeschichte 1970-1990“ stammen. Zugleich geht sie darüber hinaus, indem sie den Zeitrahmen weiter spannt und eigene Problemstellungen verfolgt.

A.1 Inneres Gefüge, Ausbildung und Erziehung (Rüdiger Wenzke)

Im Mittelpunkt der Studie stehen Fragen der inneren Verhältnisse in beiden Armeen. Dabei geht es u.a um Konzepte und Grundsätze der Menschenführung, der Erziehung und Ausbildung sowie um Fragen des Rechts, des inneren Dienstes und der Disziplinarverhältnisse sowie um die Traditionspflege, die Lebenswelt und den Alltag der Soldaten innerhalb und außerhalb der Kasernen. Gefragt wird nach den Besonderheiten von Bundeswehr und NVA, aber auch nach möglichen Querverbindungen und Gemeinsamkeiten des Soldatseins in beiden deutschen Streitkräften.

A.2 Strukturen, Organisation, militärisches Denken und operative Planung in beiden deutschen Streitkräften (Klaus Storkmann)

In dem Beitrag geht es um grundsätzliche Fragen der strukturellen und organisatorischen Entwicklung sowie um Grundsätze des militärischen Führungsdenkens und der operativen Planung in beiden deutschen Streitkräften. Dazu werden Strukturveränderungen im Ministerium und in der Truppe, Übungen, Manöver sowie Fragen der Integration der Streitkräfte in ihren Bündnissen an ausgewählten Beispielen untersucht. Darüber hinaus werden die wichtigsten Aktivitäten beider Armeen in der "Dritten Welt" vergleichend betrachtet.

A.3 Der Sanitätsdienst der Bundeswehr und der Medizinische Dienst der NVA (Ralf Vollmuth)

Im Mittelpunkt steht eine vergleichend-kontrastive Untersuchung der Entwicklung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und des Medizinischen Dienstes der Nationalen Volksarmee. Dies betrifft Organisation und Gliederung, Nachwuchssituation und Ausbildung sowie die Darstellung der medizinischen Tätigkeit, das heißt die prinzipiellen Arbeitsweisen und -grundsätze der jeweiligen sanitätsdienstlichen Strukturen in beiden Armeen. Ferner zielt der Beitrag darauf, die innere Verfasstheit, das Menschenbild und den Umgang mit dem Menschen in den beiden deutschen Armeen zu hinterfragen und darzustellen. Die sanitätsdienstlich-medizinische Versorgung ist dafür ein wichtiger Indikator.

A.4 Militäreliten in Ost und West 1955-1990 (Torsten Loch)

Der Band betrachtet mit der Generalität beider Armeen die militärische Elite. Im Fokus stehen die die soziale Herkunft und der Karriereweg dieser Personengruppe, deren Analyse auf Grundlage statistischer Instrumentarien erfolgt. Historische Daten aus den Personalakten der Generale werden in empirisch verwertbares Zahlenmaterial umgewandelt. Die so gewonnenen Befunde werden mit weiteren historischen Quellen abgeglichen und schließlich – auch unter Zuhilfenahme elitesoziologischer Fragestellungen – gedeutet.

B.1 Politik und Wissenschaft: zivile Dimensionen des Militärs in der DDR und der Bundesrepublik (Jörg Echternkamp)

Die Studie zielt auf eine Militärgeschichte, in der die zivil-militärischen Verhältnisse im Hinblick auf ausgewählte Handlungsfelder und Deutungszusammenhänge sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR mit vergleichs- und verflechtungsgeschichtlichen Ansätze analysiert und in ihren transnationalen Zusammenhängen dargestellt werden. Insbesondere geht es zum einen politikgeschichtlich um die Politisierung des Militärs und die wechselseitige Wahrnehmung der „Militarisierung“ unter besonderer Berücksichtigung der Medien; zum anderen wissenschaftsgeschichtlich um die Organisation der militärgeschichtlichen Forschung in der Bundeswehr und der NVA und die deutsch-deutschen wie internationalen Kontakte, soweit sie auf dem wissenschaftlichen Feld systemübergreifend möglich wurden.

B.2 Kirchen und Friedensbewegungen (Angelika Dörfler-Dierken)

Anhand der Handlungsfelder „Kirchen“ und „Friedensbewegungen“ zielt der Beitrag auf die Analyse der zivil-militärischen Verhältnisse sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR. Die Beziehungen zwischen beiden Gesellschaften sollen mit einem integrativen Ansatz untersucht und in ihren transnationalen Kontext thematisiert werden.

B.3 Das Verhältnis von Militär und Parlament in der Sicherheitsarchitektur der DDR und der Bundesrepublik Deutschland (Dorothee Hochstetter)

Der geplante Beitrag beschreibt und vergleicht Funktionen, Wirk- und Einflussmöglichkeiten der verteidigungspolitischen Akteure (Ausschüsse, Parteien, Einzelpersönlichkeiten usw.) im parlamentarischen Raum zweier divergenter und antagonistischer politischer Systeme. Angesichts der sehr unterschiedlichen politischen Herrschaftsformen wendet sich die Untersuchung den Fragen nach politischer Legitimation, Repräsentation, Partizipation und Akzeptanz ebenso zu wie jenen nach der systemspezifischen Transmission und Organisation von verteidigungspolitischen Interessen, Belangen und Notwendigkeiten in Abhängigkeit von formalen und informellen Strukturen.

B.4 Öffentliche Meinung zu Sicherheitspolitik und Streitkräften in Demokratie und Diktatur. Ein Beitrag zur Soziologie zivil-militärischer Beziehungen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR (Heiko Biehl)

Der Fokus der systemübergreifenden Analyse liegt auf den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Sicherheitspolitik und den Streitkräfte. So besteht die Chance, zwei sich politisch, ideologisch und militärisch antagonistisch gegenüber stehende Systeme mit kulturellen Ähnlichkeiten zu vergleichen. Durch diesen Zuschnitt soll der genuin gesellschaftliche Einfluss auf die zivil-militärischen Beziehungen identifiziert werden. Das Projekt hat einen historischen Untersuchungsgegenstand zum Thema – es folgt jedoch den Standards sozialwissenschaftlicher Forschung. Ziel ist es, einen integrierten und systematischen Vergleich des sicherheitspolitischen Meinungsbildes in beiden deutschen Staaten für die 1970er und 1980er Jahre zu erstellen und dessen langfristigen Wirkungen bis in die Gegenwart zu betrachten. Die Datenbasis des Projekts bilden die in der Bundesrepublik Deutschland sowie in der DDR durchgeführten Meinungsumfragen.

B.5 katholischen Friedensbewegungen in beiden deutschen Staaten (Markus Thurau)

Der Beitrag untersucht die Friedensarbeit kirchlicher Akteure in der Bundesrepublik und der DDR in vergleichsgeschichtlicher Perspektive. Hierbei werden die konfessionsspezifischen Besonderheiten der katholischen Friedensbewegungen ebenso herausgearbeitet wie die heterogene Rezeption friedensethischer Positionen. Einen Schwerpunkt bildet die Gremienarbeit der katholischen Militärseelsorge und der Gemeinschaft katholischer Soldaten, da sich hier in besonderer Weise das Spannungsfeld von Militär, Kirche und Zivilgesellschaft nachzeichnen lässt. Der internationale Kontext ist bereits aufgrund des transnationalen Charakters der katholischen Kirche gegeben und wird dementsprechend berücksichtigt.

C. Die beiden deutschen Staaten im Ost-West-Konflikt: Sicherheits- und Militärpolitik (Oliver Bange)

Das Ziel ist es, mit einem verschränkten Forschungsansatz die bündnis- und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und ihre Veränderungen in den letzten beiden Jahrzehnten des Ost-West-Konflikts nachzuzeichnen, um so die Militärpolitik der beiden deutschen Staaten verorten und die Entwicklung ihrer Streitkräfte erklären zu können.

D.1 Gerüstet für den „Verteidigungsfall“? - Wie die beiden deutschen Staaten ihre Streitkräfte während des Kalten Krieges aufrüsteten (Dieter Kollmer)

Diese integrierte, transnationale, kompakte und strukturell vergleichende militär- und wirtschaftshistorische Studie soll das bisher von der Wissenschaft zumeist wenig beachtete Thema der Rüstungsgüterbeschaffung für die Streitkräfte beiden deutschen Staaten von der Nachkriegszeit bis 1990 umfassend darstellen. Dabei wird es insbesondere darauf ankommen, die Interaktionen zwischen den drei maßgeblichen Beteiligten – Staat, Militär und Wirtschaft – herauszuarbeiten und vor dem Hintergrund der jeweiligen Systemzwänge miteinander zu vergleichen.

D.2 Die Computerisierung der Bundeswehr und der NVA von den Anfängen bis in die 1980er Jahre (Kooperationsprojekt; Janine Funcke, ZZF Potsdam)

Computer haben Gesellschaften des 20. Jahrhunderts entscheidend verändert. Im Bereich des Militärs sind digitale Technologien seit längerem ein fundamentaler Bestandteil der Gefechtsführung, Ausbildung und Organisation. Das Dissertationsprojekt untersucht den Einsatz von digitaler Hard- und Softwaretechnologie in der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee (NVA) im Spannungsfeld des Kalten Krieges. Erwartungen und Praktiken der handelnden Akteure stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Gegenstand der Studie ist der Einsatz von Computertechnik in der strategischen Planung, in Waffensystemen und in der zivil-militärischen Verwaltung der Luftwaffe. Die deutsch-deutschen und transnationalen politischen und wirtschaftlichen Bündnisverflechtungen, die die Etablierung der Computertechnik im deutschen Militär erheblich beeinflussten, bilden den Rahmen der Studie.

 

 

Tagungsbericht
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