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Geschichte des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr (SOWI)

Das SOWI kann auf eine jahrzehntelange Forschungspraxis und Beratungserfahrung für das Bundesministerium der Verteidigung zurückblicken.
Bereits im Jahr 1968 wurde dessen Vorgängerinstitution, das Wissenschaftliche Institut für Erziehung und Bildung in den Streitkräften gegründet. Es entstand durch die Ausgliederung des Stabes für Forschung und Lehre aus der damaligen Schule für Innere Führung in Koblenz. Der erste Leiter des Instituts und zugleich Vorsitzender der „Bildungskommission“ war Professor Dr. Thomas Ellwein, zuvor Berater des Bundesministers der Verteidigung für die Neuordnung der Offizierausbildung. Im Mittelpunkt des sozialwissenschaftlichen Forschungsinteresses des damals neuen Instituts standen die Wechselbeziehungen zwischen Militär und Gesellschaft.

Der damalige Bundesminister der Verteidigung, Helmut Schmidt, erhoffte sich einen wissenschaftlichen Beitrag zur Beratung und zur Lösung von Führungsproblemen in den Streitkräften. Das Wissenschaftliche Institut für Erziehung und Bildung in den Streitkräften war in Heide bei Siegburg ansässig und wurde später nach München verlegt.

Zu einer wesentlichen Aufgabe des noch jungen Instituts gehörte die Erstellung von Rahmencurricula für die in Anfang der 1970er Jahre gegründeten Hochschulen der Bundeswehr in Hamburg und München. Das Wissenschaftliche Institut für Erziehung und Bildung in den Streitkräften gliederte sich im Jahr 1973 um und veränderte seine Aufgabenstellung: Die bisher eher geisteswissenschaftlich-theoretische Orientierung wandelte sich zu einer vorrangig empirisch ausgerichteten, sozialwissenschaftlichen Ausrichtung. Diese inhaltliche und strukturelle Neuorientierung des Instituts hin zur streitkräftebezogenen empirischen Sozialforschung US-amerikanischer Prägung sollte es der Bundeswehr und dem Bundesverteidigungsministerium ermöglichen, besser auf die vielfältigen Problemstellungen der Bundeswehr im gesellschaftlichen und internationalen Umfeld reagieren zu können.

Der 6. März 1974 war die Geburtsstunde des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr. Das erste Statut des SOWI wurde im Jahr 1976 erlassen und verdeutlichte das damalige Aufgabenverständnis: Probleme der Information und Kommunikation in der Bundeswehr, Verhältnis von Bundeswehr und Gesellschaft, Aus- und Fortbildung in der Bundeswehr sowie Entwicklung und Anpassung von quantitativen Verfahren, Methoden und Instrumentarien der empirischen Sozialforschung. Darüber hinaus erforderte die Bewältigung dieser genannten Aufgaben umfangreiche Grundlagenforschung. In der Forschung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr spiegelte sich jeweils auch das aktuelle (sicherheits-)politische und gesellschaftliche Umfeld wieder: Während in den 1970er Jahren Grundlagenforschung und die Bearbeitung von Themen der Offizierausbildung sowie der Inneren Führung dominierten, gewannen in den 1980er Jahren Untersuchungen zum Verhältnis von Bundeswehr und Gesellschaft an Bedeutung. Auch stieg das Interesse an internationalen Vergleichen im gesellschaftlichen oder politischen Bereich an; neu waren weiterhin Überlegungen zum Traditionsverständnis in der Bundeswehr. In den 1990-er Jahren rückten aufgrund der veränderten außenpolitischen Möglichkeiten und Herausforderungen vermehrt der grundlegende Wandel der Streitkräfte, die Einbindung der Bundeswehr in multinationale militärische Strukturen und Einsätze, die sozialwissenschaftliche Begleitung der Auslandseinsätze, aber auch Fragen zur Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber und der Personalgewinnung in den Fokus. Im Jahr 1990 legte das Bundesministerium der Verteidigung im Zusammenhang mit der Ansiedlung von prominenten Bundeswehreinrichtungen in den neuen Bundesländern Strausberg als neuer Standort für das SOWI fest. Am 31. Dezember 1994 war diese Verlegung des SOWI von München nach Strausberg abgeschlossen und 1997 erfolgte der Einzug in das neue Gebäude als Teil des Campus Strausberg.

Dem Umzug von München nach Strausberg folgte eine strukturelle und konzeptionelle Neuausrichtung. Grundlage hierfür war eine 1997 vom Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr erlassene neue Aufgabenkonzeption, mit der z. B. Führungs- und Organisationsstrukturen mit dem Ziel verstärkter Effizienz und wissenschaftlicher Qualitätssicherung optimiert wurden. Angesichts der Internationalisierung und Globalisierung der Problemlagen unterstrich diese Aufgabenkonzeption von 1997 zudem die Notwendigkeit interdisziplinären Arbeitens sowie komparativer Ansätze. Zudem fand der Wissenschaftsbegriff des Sozialwissenschaftlichen Instituts eine neue Beschreibung: Grundlagenorientiert, theoriegeleitet, empirisch, problembezogen, ideologiefrei, wahrhaftig, öffentlich, originär. Die 1998 erstmals durchgeführte Befragung bei einem Auslandseinsatz (SFOR-Einsatz) reflektierte das veränderte sicherheitspolitische Umfeld und die daraus resultierenden neuen Anforderungen an das Institut. Neben einem wieder erstarkenden Interesse an der Inneren Führung gewannen Themen wie „Bedingungen der multinationalen militärischen Kooperation im europäischen Kontext“ oder „Militär und Ökonomie“ an Bedeutung.

Im Zuge der Analyse künftiger Bedingungen von Personalgewinnung wurde 2001 die erste repräsentative Jugendbefragung durchgeführt. Ausgehend von einer 2004 erfolgten Unterzeichnung eines Vertrags mit der Universität Potsdam zur Zusammenarbeit in der Militärsoziologie konnte 2006 gemeinsam mit der Professur für Militärgeschichte, der Professur für Allgemeine Soziologie an der Universität Potsdam und dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt der bislang in Deutschland einmalige Masterstudiengang „Military Studies – Militärgeschichte/Militärsoziologie“ eingerichtet werden. Er ist Ausdruck der wissenschaftlichen Vernetzung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr und ein Schritt, um die nach wie vor unbefriedigende Situation der militärsoziologischen Lehre und Forschung an den deutschen Hochschulen zu verbessern.

Ab 2006 wurde die breite Forschungstätigkeit erneut in eine veränderte Struktur überführt, um die Forschungsarbeit des Instituts intern noch effizienter zu gestalten und nach außen wirksamer zu kommunizieren. Die neu gebildeten Forschungsschwerpunkte Einstellungsforschung und Meinungsumfragen, Sozialwissenschaftliche Begleitung der Auslandseinsätze der Bundeswehr, Multinationalität/Europäische Streitkräfte, Transformation der Bundeswehr sowie Militär, Ethik und Innere Führung wurden 2008 durch einen weiteren Forschungsschwerpunkt Personalgewinnung und Personalbindung ergänzt. Die Breite der am Institut bearbeiteten Forschungsfelder mit hoher politischer Relevanz für das Ressort wurde gerade in den Jahren 2010 bis 2012 deutlich. In der Tradition der sozialwissenschaftlichen Begleitung der Auslandseinsätze wurde 2010 erstmalig ein deutsches Einsatzkontingent für ISAF von der Vorausbildung über den Einsatz bis zur Einsatznachbereitung wissenschaftlich begleitet und befragt. Nicht weniger relevant war die wissenschaftliche Fokussierung auf Fragen der interkulturellen Kompetenz und Diversität in den Streitkräften sowie der Attraktivität und der Personalgewinnung des Arbeitgebers Bundeswehr.

In den Jahren seines Bestehens wurde das Geschick des Instituts immer auch maßgeblich mitbestimmt durch dessen Direktoren – sei es durch deren persönliches Engagement oder richtungsweisende Entscheidungen. Während sowohl die Standorte des Instituts als auch der Status der Direktoren zwischen zivil und militärisch wechselten, verfolgten die Direktoren nach dem Motto „Mehr verstehen. Besser entscheiden.“ stets alle das gleiche Ziel: das Institut weiterzuentwickeln und an veränderte Anforderungen anzupassen.
Allerdings machten weitere Reformen der Bundeswehr auch vor dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr nicht Halt. Nach 38 Jahren seines Bestehens entschied der Bundesminister der Verteidigung am 19. April 2012, das Institut zum 31. Dezember 2012 aufzulösen und mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam zu einem neuen geistigen Zentrum fusionieren.

Seit dem 1. Januar 2013 bilden das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr (SOWI) in Strausberg und das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) in Potsdam das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) am Standort Potsdam. Damit soll die militärgeschichtliche und sozialwissenschaftliche Ressortforschung des BMVg in einem neuen Zentrum gebündelt werden.
 

Direktoren des Instituts seit Gründung:

1974 Professor Dr. Thomas Ellwein
1974-1984 Direktor und Professor Dr. Ralf Zoll
1984-1997 Direktor und Professor Dipl.-Soz. Bernhard Fleckenstein
1997-1998 Oberst i.G. Dipl.-Päd. Heinrich Geppert
1998-2001 Oberst i.G. Dipl.-Päd. Klaus Lohmann
2001-2002 Oberst i.G. Dipl.-Päd. Rainer Senger
2002-2005 Direktor und Professor Jörn Thießen
2005-2012 Direktor und Professor Dr. Ernst-Christoph Meier

 
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